Deutsche Arbeitsgemeinschaft Hypnose und Hypnotherapie
im Coaching und in der Beratung
 
 
Impressum / >> Hypno-Coaches

 

 
 




 

Partnerverband der DAGH:

 

 

 

 

 

 

 



 

 


Ethik der Hypnose, des Hypno-Coachings, des Creative Trance Coachings und der Hypnotherapie

Logo DAHG.deEthik der Hypnose

Erklärung zur Anwendung von Hypnotherapie im Rahmen des Coachings (Hypno-Coaching) >> Creative Trance Coaching ExperThe® (Hypno-Coaching)

Präambel: "Hypnose" im hier gebrauchten Sinne meint auf keinen Fall Showhypnose oder klassische autoritäre suggestive Hypnose: Stattdessen ist eine klientenorientierte neo-ericksonian Hypnotherapie gemeint, die nicht-suggestiv vorgeht und ausschließlich dazu dienen soll, dass ein Klient ermutigt und befähigt wird, kreative imaginative und körperliche innere Resourcen frei und selbstständig zu nutzen: Creative Trance Coaching oder Creative Imagination Work.

  1. Hypnosen / Hypnotherapien dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Hypnotisanden (Klienten) nach vorheriger Aufklärung durchgeführt werden: Es wird über die Zielsetzung und das Vorgehen der Intervention informiert, über Vor- und Nachteile, über Alternativen u. Ä. (informed consent).
  2. Bei der Zielsetzung der Hypnose in Coaching oder Therapie muss es sich um die ausdrücklichen Veränderungsziele des Klienten handeln. Vorher werden Mandat und Auftrag vereinbart! Unethisch ist die Hypnose, wenn es um das Darstellungsbedürfnis des Hypnotiseurs geht. Sofern kein Veränderungsziel des Klienten vorliegt, das in das Format Coaching oder Therapie (oder wissenschaftliche ethisch fundierte Forschung) passt, handelt es sich um Showhypnose. Diese lehnt die DAGH ab. Akzeptable Veränderungsziele in Coaching oder Therapie sind beispielsweise Überwindung von inneren Konflikten, Hemmungen, Klärung von Zielen u. Ä. oder Heilung, Linderung u. Ä. Hypnose ohne Mandat, Auftrag, eindeutiges Klientenziel ist unethisch. Überrumpelungs- und Blitzhypnosen erfüllen diese Forderung in der Regel nicht und sind daher nicht anzuwenden als klinische Hypnose, Hypnotherapie oder Hypnose im Coaching (Blitzhypnosen sind i. d. R. Showhypnosen).
  3. Das Vorgehen sowie die verbalen Interventionen haben die Menschenwürde zu wahren. Hierzu gehört es auch, das Ansehen, den Respekt und die Integrität des Klienten zu schützen.
  4. Es dürfen keine Unterhaltungsabsichten mit der Hypnose verbunden werden. Die Hypnose hat Therapie, Beratung, Coaching, Wissenschaft, Hilfe zur Selbsthilfe zu beinhalten und nicht Publikumsunterhaltung, Werbung, Selbstsicherheitstraining des Hypnotiseurs o. Ä. Showhypnosen gelten für DAGH-Mitglieder als nicht zulässig.
  5. Wenn das Vorgehen Methoden der "Überrumpelung" oder nicht vereinbarten Überraschung oder gar Manipulationen enthält, über die nicht explizit aufgeklärt wurde, gilt dieses Vorgehen als verwerflich, da es ein manipulatives und unethisches Bild der Hypnose verbreitet und die Menschenwürde verletzt.
  6. Therapeutische Hypnosen dürfen berufs- oder gewerbsmäßig oder auch in anderen Settings nur bei Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen durchgeführt werden (Psychotherapeutengesetz, Approbationsordnung, Heilpraktikergesetz u.a.). Im Rahmen des Coachings wird niemals eine Hypno-Therapie angewandt, sondern ausschließlich - wenn vom Klienten gewünscht! – hypnotherapeutische oder hypnotische Kommunikations- und Trancetechniken außerhalb der Heilkunde. Die Grenzen zwischen Coaching und Therapie sind für die Klienten klar zu formulieren.
  7. Die Schweigepflicht ist zu beachten. Darüber hinaus sind Räume, in denen Hypnotherapie / Hypnosen durchgeführt werden, so zu wählen, dass Schweigepflicht, Intimität und Vertrauen einen sicheren Rahmen bieten. Hypnosen werden nicht in der Öffentlichkeit durchgeführt, da hier dieser vertrauensvolle Rahmen (gegenüber den Zuschauern) nicht gewährleistet ist.
  8. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für die Anwendung von Hypnotherapie im Coaching, DAGH, orientiert sich in ihrer Arbeit an den internationalen Standards und Publikationen der International Society for Clinical and Experimental Hypnosis. Auch die Ethikstandards und Veröffentlichungen der klinischen Hypnosegesellschaften, wie M.E.G., DGH, DGÄHAT, DGZH u. a. werden von der DAGH beachtet (siehe hier: hypnose.de). Wir orientieren uns ebenfalls an den Standards und der Ethik der amerikanischen National Guild of Hypnotists. Alle diese Fachgesellschaften definieren Hypnose als ein ethisch fundiertes klinisches Geschehen und lehnen die Show-, Darstellungs- oder Manipulationshypnose ab; ebenso lehnen sie ein "magisches" oder "mystisches" Erklärungskonzept ab, sondern informieren stattdessen über die wirklichen sozialpsychologisch-kommunikativen Hintergründe der Methode. [Anmerkung: Leider gibt es Hypnotiseure, die behaupten, sie seien keine Showhypnotiseure. Sie sind sogar Mitglieder oben genannter Gesellschaften. Trotzdem nutzen Sie Hypnose zur Schaustellerei, zu Manipulation und sehr deutlich außerhalb des klinischen Kontextes oder des Coachingrahmens. Daher sollten alle Nutzer des Verfahrens weiterhin sehr offensiv fragen und mit den Anbietern die Ethik der DAGH Punkt für Punkt besprechen, um nicht jemandem aufzusitzen, der den Sinn der Verbandsethiken nicht verstanden hat. Leider können die o. g. Gesellschaften nicht sicherstellen, was ihre Mitglieder im Einzelnen tun.]
  9. Wir lehnen jede Art von Showhypnose, Zurschaustellung, Manipulationshypnose oder andere Formen des Missbrauchs der Hypnose und Hypnotherapie ab, da hierdurch ein unseriöses Bild von der Hypnose unter Laien gefördert wird. Manipulation, Unterhaltung, Gehirnwäsche, Propaganda, Missbrauch sozialpsychologischer Beeinflussungskenntnisse in der Werbung oder anderswo sind keine klinische Hypnose, keine Hypnose im Coaching und keine Hypnotherapie sondern Schaustellerei (oder Angeberei oder narzisstische Selbstüberhöhung).
  10. Wir lehnen eine Verbindung von wissenschaftlich orientierter Hypnose sowie Hypnotherapie, wie wir sie betreiben, mit "Esoterik, Okkultismus, Magie" strikt ab. Wir möchten bei unseren Klienten oder Patienten auch niemals den Eindruck erwecken, als würden wir den Prozess der Hypnose durch solche Mechanismen verstanden wissen! Wir kommunizieren und handeln stets so, dass erkennbar wird, dass Hypnose ein natürlicher kommunikativer und interaktiver Prozess ist, der von uns ausschließlich im Rahmen wissenschaftlich orientierter klinischer psychologischer Beratungs- und Therapieverfahren genutzt wird.
  11. Hypnose darf nur von ausgebildeten Fachpersonen eingesetzt werden. In der Therapie sollte eine umfassende Therapieausbildung vorliegen, auf die Hypnose aufgesattelt wird. Im Hypno-Coaching sollte ein bereits ausgebildeter Coach eine Hypnose-Ausbildung von zumindest 100 Stunden ergänzend durchgeführt haben, wobei mindestens 50 Stunden davon auf die eigene interaktionelle Selbsterfahrung (die imaginative Elemente enthält) im Format Coaching entfallen.
  12. Die Ethik der DAGH ist eingebettet in die jeweilige Berufs- oder Standesordnung und Ethik der ausgeübten Berufsgruppe(n) Coaching, Therapie, Seelsorge, Supervision u. Ä.
  13. Mitglieder der DAGH bilden sich in der Hypnose kontinuierlich weiter. Sie bilden andere Personen nur in Hypnose oder Hypnotherapie aus, wenn diese hierzu fachlich und persönlich befähigt sind und das Menschenbild und die Ethik der DAGH teilen und sich hierauf verpflichten.

 

 

ENDE ETHIK DAGH Stand Jan. 2013

---------------------------------------------------------------------------------------

Beispiele zum Thema Ethikverfehlung aus unserer Sicht

Literaturempfehlung der DAGH zu moderner
wissenschaftlich fundierter Hypnose und Hypnotherapie:

  • Verena Kast: Imagination - Zugänge zu inneren Ressourcen finden
  • Michael D. Yapko:Trancework, 4rd. ed., An Introduction to the Practice of Clinical Hypnosis; Brunner-Routledge, New York 2012
  • Burkhard Peter: Einführung in die Hypnotherapie, Carl-Auer Compact, Heidelberg 2006
  • Steven J. Lynn & Irving Kirsch: Essentials of Clinical Hypnosis, APA, Washington, DC, 2006
  • Dirk Revensdorf, Burkhard Peter (Hg.): Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, 2. Aufl., Springer, Heildelberg 2009

Deutschsprachige Hypnosegesellschaften: www.hypnose.de